Rundschreiben #19
02-07-2026

Im Geschichtsunterricht haben wir uns immer gefragt: warum hat niemand in Deutschland die Wiederbewaffnung, Aufrüstung und Kriegspolitik, die schließlich zu den zwei Weltkriegen geführt haben, aufgehalten!? Ich frage mich gerade erneut – warum haben wir aus der Geschichte nichts gelernt und tun JETZT nichts, wo es wieder geschieht!? Ist die Sache zu groß, um sie zu begreifen, zu bedrohlich, um sich damit überhaupt auseinander zu setzen, oder fungiert das Internet als etwas, das all unseren Protest und unser Potential in ein paar wütenden Posts verpuffen lässt? Sind wir zu überindividualisiert, um überhaupt noch als Gesellschaft zu existieren oder weiter existieren zu wollen? Wir müssen wieder zusammenfinden und die Lehre aus den letzten beiden Weltkriegen umsetzen: NIE WIEDER KRIEG! Die Bedrohungslüge wird als Vorwand genommen, doch eigentlich geht es um Rohstoffsicherung und wieder – nicht zu fassen! – um deutsches Großmachtstreben. Gegen Aufrüstung, gegen das Herbeireden und Herbeiprovozieren des nächsten Krieges, nach dem es kein Leben mehr auf dem Planeten geben wird, müssen wir jetzt gemeinschaftlich und massiv aufbegehren!

Wir bitten hiermit um Hilfe, um Zusammenarbeit und um Geld, so dass wir die Zukunft dieses Landes, des Kontinents friedlich gestalten und weiteren Niedergang, sowie autoritär militaristischen Staatsumbau und Krieg abwenden können – gemeinsam und zum Nutzen von Allen. https://europeanpeaceproject.eu/en/donate/

Wir haben einige Spenden erhalten – all denjenigen herzlichen Dank dafür! Allerdings reicht der dreistellige Betrag leider nicht einmal aus, um wieder einen Film aller Aktionen vom 9. Mai in Auftrag zu geben. Auch unsere sehr aufwendige Webseite mit all ihren Funktionen zu Stabilität und Sicherheit ist im Fortbestand gefährdet.

Als weitere Aktionen beteiligen wir uns an dem großen Bündnis von „Nie wieder Krieg“ und rufen auf zu europaweiten Demonstrationen am 3. Oktober. In Deutschland werden an diesem Tag wieder Großdemonstrationen in Berlin und Stuttgart stattfinden. Neben dem allgemeinen Aufruf von „Nie wieder Krieg“ werden wir dazu in nächster Zeit auch wieder ein eigenes Manifest für eine neue Friedensordnung in Europa inklusive Russland in einer multipolaren Welt verfassen, welche Hegemoniestreben einzelner und Kriegsbündnisse wie die NATO überwindet.

EU-Regierungen haben kein Gestaltungspotential, sondern sind durch die NATO weiterhin Vasallen und Verwalter des Niedergangs und versuchen dies durch militärischen Aktivismus zu überdecken. Das zeigt auch aktuell der Rücktritt von Starmer als unbedeutender Personalwechsel in einer postimperialen Systemkrise, wie auch Merz´ unterirdische Äußerung, es sei „viel schwieriger, eine wohlhabende Gesellschaft zu verändern, als ein Land nach Krieg und Zerstörung wieder aufzubauen“.

Wir alle kennen Aussagen wie „Die Wahrheit stirbt zuerst“ oder „vom Reden ins Handeln kommen“. Wir müssen raus gehen, sichtbar werden und Verantwortung übernehmen. Dennoch ist das nicht so einfach, denn Verantwortung für mehr als sein eigenes Leben kann man nicht einfach übernehmen, sie muss einem gegeben werden. Raus gehen, handeln und sichtbar werden wird nur wirksam, wenn es in einer großen Gemeinschaft oder Versammlung passiert, ansonsten verpufft viel ohne Wirkung, man verausgabt sich, ohne etwas bewirken zu können. Ich hatte wieder eine schlaflose Nacht mit der Frage „Kann das, was wir zurzeit an Friedensbewegung in Deutschland/Europa haben, einen großen, wahrscheinlich sogar atomaren Krieg überhaupt verhindern? Hat eine Friedensbewegung jemals einen Krieg verhindert? Mit wem müsste sie zusammenarbeiten, damit sie es kann?“ Wahrscheinlich ist es wie in der Politik. Dort, habe ich erfahren, heißt das Geheimnis „Man muss mit denjenigen reden, mit denen man am wenigsten reden will“. 

Muss die Friedenbewegung nicht auch mit denjenigen zusammenarbeiten, mit denen sie es (augenscheinlich) am wenigsten will? Den wenigen Oligarchen, die verstanden haben, dass Krieg nicht nur Geschäft ist, sondern im Endeffekt die Vernichtung von allem bedeutet – auch von Profit? Mit den Nationalisten oder als „rechts“ titulierten (wie weit sie es sind, ist im Einzelfall zu prüfen), die ihre Heimat auch nicht wieder in Schutt und Asche sehen wollen, oder weiterhin nur den Niedergang verwalten? 

Warum wir nicht weitermachen können wie bisher:
Erstens scheint selbst bei Friedensbewegten die Bildung bzw. Erkenntnis noch längst nicht so weit zu sein, wie man hoffen könnte. Viele scheinen noch nicht verstanden zu haben, wie ernst die Lage ist, wie sehr die Feindbildpropaganda sie beeinflusst und dass sie nicht mehr in einer Demokratie leben, denn die Mehrheitsmeinung und das Wohlergehen der Bevölkerung interessiert die Regierung nicht. 
Ich weiß, einen großen, möglicherweise atomaren Krieg zu verhindern ist eine riesige Aufgabe und so schwierig, weil viele überhaupt nicht begreifen, was so ein Krieg bedeutet, weil er in seinen Dimensionen und Auswirkungen noch nie dagewesen und daher auch kaum begreiflich ist. Verstehen und Begreifen sind zwei verschiedene Dinge. Begreifen, dass die Herdplatte heiß ist, kann man erst wenn man sie berührt. Fast alle Menschen, die noch wussten was Krieg bedeutet in unserem Land, in Europa, sind tot. Der Großteil der Bevölkerung will Krieg auch nicht begreifen, schreckt natürlicherweise vor dieser Monstrosität zurück und will nichts davon wissen, solange es sie nicht selbst berührt – doch dann wäre es zu spät. Vielen ist gar nicht klar, wie sehr unsere Meinungsfreiheit und demokratischen Rechte bereits eingeschränkt sind. Wie immer geht mit der Kriegsvorbereitung auch der autoritär-militaristische Staatsumbau einher – leiser und perfider als in den 1930er Jahren. Wehret den Anfängen! Noch haben wir die Chance und die Pflicht, die Katastrope anzuwenden. Diesmal dürfen wir es nicht vermasseln und müssen uns dem jetzt dringend entgegenstellen. Bitte hört und verbreitet dieses Video: https://www.youtube.com/watch?v=6J_68IkjNPg

Und dies in musikalischer Form https://www.youtube.com/watch?v=WjEZjoctbSw

Die zweite große Problematik neben Ignoranz ist die Überindividualisierung, Vereinzelung und das Geltungsbewusstsein von Einzelnen. Wir sind kaum noch eine Gesellschaft, und auch in der Friedensbewegung gründet jeder lieber noch eine neue eigene Initiative, als sich einer bestehenden anzuschließen. Einerseits ist natürlich jedes Engagement zu begrüßen, und auch kleine lokale Initiativen sind wunderbar, wenn sie bereit sind, alle gemeinsam zu einem großen und ganzen zusammenzufinden, wenn nötig. Aber genau letzteres findet nicht statt, da vielen die „eigene Organisation“ oder die eigene Sichtbarkeit wichtiger sind als eine wirkliche Wirksamkeit durch Bündelung der Kräfte, auch wenn man selbst oder die eigene Leistung darin dann nicht sichtbar oder gewürdigt wird. Organisationen sind Mittel zum Zweck, können umorganisiert, umbenannt, sogar aufgegeben werden; nur der Zweck – für den Frieden zu kämpfen – muss im Vordergrund stehen und darf nie hinter kleinlichen Abgrenzungen verloren gehen. Offenbar funktioniert das „teile und herrsche“ – Prinzip der Herrschenden gerade in der westlichen Gesellschaft besser denn je 🙁.

Das dritte Problem ist das Geld – also das Fehlen von Geld auf der Seite derjenigen, die für Frieden, Gerechtigkeit, soziale Sicherung etc. einstehen im Gegensatz zu den wahnsinnigen Kapitalkonzentrationen bei den wenigen, die an Krieg und Demokratieabbau (Techfeudalismus) verdienen. Ulrike Guérot sagte so schön: „Es ist schwer, ehrenamtlich die Welt zu retten, wenn sie mit Milliardenbudgets zerstört wird“. Geld bedeutet nun mal auch Sichtbarkeit, Wirksamkeit etc. Das heißt, die wenigen von uns, die nicht zu ängstlich sind sichtbar zu sein, Verantwortung zu übernehmen und bereit sind, alles zu tun, um die derzeitige fatale Entwicklung in bessere Bahnen zu lenken, werden einfach zermürbt. Ulrike wurde gekündigt aufgrund der mutigen sichtbaren Vertretung ihrer politischen Positionen. Ich hatte nie die Chance, überhaupt eine gute Karriere zu machen, da ich sie journalistisch mit einem Tatsachenbericht von einer Nahostreise begann, welcher in der Natur der Sache sehr israelkritisch war. Hüsein Dogru ergeht es noch schlimmer – also auch das „sichtbar werden“ muss überlegt und koordiniert werden, damit es in die richtige Richtung wirksam wird,anstatt in den Ruin zu führen. Natürlich ist klar, dass diese Dinge gemacht werden, um Menschen Angst zu machen und abzuschrecken. Daher muss man genau das alles zusammendenken. Wie kann man Wirksamkeit entfalten, ohne beliebig zu werden, ohne zu vereinzeln und übersehen, ohne ausgebremst zu werden? Wir machen auch nichts anderes als „trial and error“, aber wir versuchen, aus Erfahrungen zu lernen, anstatt immer dasselbe zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten.

Im letzten Jahr war z.B. das European Peace Project mit seinen europaweiten dezentralen und künstlerischen Aktionen sehr erfolgreich, daher haben wir es weiterverfolgt. Leider war dieses Jahr die Beteiligung geringer und es ist nicht einfach zu ergründen, warum. Dennoch müssen wir überlegen, was wir anders machen sollen. Dieses Jahr konzentrieren wir uns nun auf eine internationale Konferenz, um die entscheidenden Fragen für eine friedliche Zukunft mit internationalen Vordenkern und Akteuren aus Europa und BRICS zu erörtern. Wir machen das alles ehrenamtlich und verzweifeln fast daran, dass zwar jeder sagt, es ist eine gute Sache zur richtigen Zeit, aber nur Anforderungen stellt anstatt zu helfen, sei es mit Arbeit oder mit Geld… 

.Was können wir also tun? Die Massen bekommen wir offenbar nicht auf die Straße, Engagement verpufft oft durch einen wütenden Social Media – Post, und selbst die große Friedenskonferenz in London mit guten Reden/Rednern bleibt eben nur das, ohne weiteren Impact – man trifft sich unter Gleichgesinnten, geht bestärkt wieder nach Hause, organisiert kleine Aktionen zu 50 Personen, verzettelt sich in Kleinstgruppen und AGs, wird übersehen, ignoriert etc. Es fehlt uns an Macht und Geld für Sichtbarkeit, Wirksamkeit im Gegenzug zu z.B. den von Soros oder staatlich finanzierten NGOs und Konferenzen oder denjenigen, welche sich immer weitere Regierungen kaufen, nach der Ukraine (Maidan – Putsch) nun auch in Albanien, Georgien, Armenien etc., um auch sie in den Krieg zu führen…

Wir bitten hiermit um Hilfe um Zusammenarbeit und um Geld.

Zum Glück ist die Jugend schlauer als das politische Personal und will sich ihre Zukunft nicht in einem Krieg verheizen lassen! Seit Januar lässt Boris Pistorius die 18-jährigen anschreiben: „Kommst Du freiwillig zum Bund?“ Die ersten Rücklaufzahlen der Fragebogenaktion wirken ernüchternd: 298.200 Briefe wurden verschickt an alle jungen Männer und Frauen, die dieses Jahr volljährig werden. Männer müssen den dazugehörigen Fragebogen ausfüllen, Frauen dürfen – ohne Verpflichtung. Aus diesem Pool konnten bisher etwa 530 rekrutiert werden, die ihren Wehrdienst in diesem Jahr antreten. Das sind 0,18 Prozent der Angeschriebenen. Weiter so und streiken gegen Zwangsverpflichtungen, Aufrüstung und Kriegsvorbereitung! https://www.youtube.com/shorts/a_2re5YJjOM

Da die Regierenden sich nicht für Frieden und diplomatische Lösungen von Konflikten in gegenseitigem Interessensausgleich einsetzen, werden wir es tun!

Russland äußerte tiefe Enttäuschung über eine offensichtliche Verschiebung in Donald Trumps Ansatz im Ukrainekonflikt. Der russische Außenminister Sergej Lawrow erklärte, die Vereinigten Staaten hätten sich „offenbar von ihrer Rolle als objektiver Vermittler zurückgezogen“, während er Washington beschuldigte, frühere politische Erklärungen „vergessen“ zu haben. Der österreichische Oberst Markus Reisner vermutet, Trump habe einflussreiche Vertreter der amerikanischen Technologiebranche angewiesen, die Ukraine im Hintergrund weiter zu unterstützen. Genannt werden Palantir-Chef Alex Karp und der frühere Google-Chef Eric Schmidt.

US – Unternehmen liefern Software, Satellitenkommunikation, künstliche Intelligenz und Drohnentechnik für die Fortsetzung des Krieges. Palantir-Systeme unterstützen die Auswertung von Aufklärungsdaten, die Erfassung russischer Flugabwehr und die Planung weitreichender Angriffe. Neue Drohnensysteme können inzwischen aus großer Entfernung gesteuert werden.

„Für amerikanische Unternehmen ist die Ukraine längst ein Erprobungsraum von kaum zu überschätzendem Wert. Neue Systeme werden dort nicht in Simulationen, sondern gegen russische Luftabwehr, elektronische Kampfführung und reale gegnerische Anpassungen getestet. Jeder Einsatz liefert Daten. Fehler werden korrigiert, Algorithmen nachtrainiert und Produkte unter Gefechtsbedingungen weiterentwickelt. Was sich bewährt, kann anschließend patentiert, standardisiert und an Pentagon, NATO und weitere Armeen verkauft werden. Der Krieg erzeugt damit nicht nur militärische Erkenntnisse, sondern geistiges Eigentum, Wettbewerbsvorteile und neue Märkte.“ global_affairs_byelena

Michael von der Schulenburg hat in Moskau für einen Friedensdialog unterhalb der Regierungsebene geworben. Weil die Bundesregierung nicht in der Lage sei, einen Ausweg aus dem Krieg zu finden, brauche es einen Dialog auf einer Ebene darunter, sagte von der Schulenburg in einer Rede im Europa-Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften.

„Für uns ist wichtig, einen Ausweg zu finden. Der Dialog darf nicht geheim sein, er muss öffentlich sein. Es braucht dringend Initiativen zur Deeskalation. Nur so wird es möglich sein, Vertrauen zurückzugewinnen und unter Berücksichtigung der gegenseitigen Sicherheitsinteressen eine dauerhafte Friedensregelung für Europa zu erreichen“, sagte von der Schulenburg. Er warnte vor einer weiteren Eskalation des Krieges und kritisierte die neue Militärstrategie der Bundesregierung, die Russland nur als Feind sehe und allein auf Aufrüstung ausgerichtet sei, ohne Schritte der Deeskalation zu beinhalten. https://www.youtube.com/watch?v=KOWRPaEd_4k

Hier einige versierte Beurteilungen der neuesten (wackeligen) Verständigungsversuche zwischen Iran und USA, die Torpedierungen einer Friedenslösung durch die israelische Regierung mit ihren gefährlichen „Groß Israel“ – Delusionen und ihren Auswirkungen:

Neuinterpretation von „Comfortably Numb“ – eine Zusammenarbeit zwischen Roger Waters und der palästinensischen Künstlerin Mona Miari. Durch neu verfasste Strophen in englischer und arabischer Sprache rückt das Werk den Song in einen neuen Kontext und thematisiert Vertreibung, Erinnerung, Verlust sowie das beharrliche Streben nach Gerechtigkeit und Menschenwürde. https://www.youtube.com/watch?v=WBmrT3uqmeM