Rundschreiben #13
27-11-2025

Ohne Frieden als Leitgedanken kann Europa nicht (über)leben. Der Friede Europas beginnt in seinem eigenen Bewusstsein.

Das European Peace Project ist der Rahmen, an dem dieses Bewusstsein neu entsteht.

Am Sonntag den 30.November 2025 stellen wir die European Transkontinental Initiative (TCI) im Rahmen eines Bürgerforums der Anwälte für Aufklärung (AFA) in Rüsselsheim der Öffentlichkeit vor. Diskutiert mit uns, welches Europa wir brauchen, wie Europa im 21. Jahrhundert aussehen soll und wie MEGA aussehen und funktionieren könnte. https://www.youtube.com/watch?v=7Cleb–SQME

Wer sich schon einstimmen möchte, hier ein Gespräch mit Ulrike Guerot zu den derzeitigen Zeitenwenden https://www.youtube.com/watch?v=Et12m8Q9Y3E, sowie ein hörenswerter Vortrag von Hauke Ritz über die Beziehung zwischen Geopolitik und Kultur, beim Friedensratschlag in Kassel https://www.youtube.com/watch?v=xVGM9SSRD3g

Warum scheint es, als wollten alle, jedes Land, der beste Freund der USA sein – eines relativ jungen Staates, der fast zur gleichen Zeit wie der moderne Kapitalismus entstanden ist und daher nur wenige vorkapitalistische Werte hat? Zuerst gab es die Care-Pakete nach der Zerstörung des Zweiten Weltkriegs, dann die Freiheit der 60er und 70er Jahre, das Versprechen des „Landes der unbegrenzten Möglichkeiten” (vom Tellerwäscher zum Millionär), Rock ‚n‘ Roll/Popmusik, Hollywood, das Träume verkaufte, die Fassade von Glamour und Ruhm. Aber das ist größtenteils eine Illusion und ein leeres Versprechen.

Wie konnten wir uns so weit von unseren Wurzeln, unseren eigenen Traditionen und Ursprüngen entfernen? Wir wollen kreative Wege finden, grenzüberschreitende Diskussionen führen, um sie wiederzuentdecken und wiederzubeleben, denn wenn wir das tun, werden wir finden, was uns als Europäer verbindet.

Jede unserer Gesellschaften könnte damit beginnen, in ihrem eigenen Land Selbstreflexion zu betreiben, und unsere Aufgabe als European Peace Project ist es, all das zusammenzuführen.

Wir sind froh, mit den Portugiesen eine European Citizens Conference für die Wiederaufnahme von Beziehungen Europas mit Russland ins Leben gerufen zu haben, bei der wir am vergangenen Wochenende in Lissabon mit namhaften Wissenschaftlern, Journalisten und hochrangigen Militärs aus vielen europäischen Ländern Friedenspläne zur nicht militärischen Konfliktlösung besprochen haben.

Jeder Friedensplan und Verhandlungen sind besser als Fortführung oder gar Eskalation eines Krieges. Aus meiner Sicht sind bei diesem Friedensplan nicht die Ukrainer die Verlierer, wie in vielen schlechten deutschen Medien mal wieder als Propaganda verbreitet, sondern wir, die Europäer (zu denen die Ukrainer, ebenso wie Russland auch gehören). Aufgrund der kriminell schlechten Politik der EU-Regierungen, die von Anfang an Verhandlungen torpediert, anstatt geführt haben, den Krieg immer weiterführen und eskalieren wollen, zahlen wir als Europäer nun auch die Haut Kosten, während die USA vierfach verdienen – an den Waffenverkäufen durch die von der EU gezahlten kontraproduktiven Waffenlieferungen, den Export ihres teuren, umweltschädlichen Fracking Gases, am Wiederaufbau und an neuen Handelsbeziehungen mit Russland. Während sich die unfähigen EU-Regierungen von günstigen russischen Rohstoffen abgeschnitten haben, weiterhin die Zeche zahlen sollen. Von der Leyen will weitere 135 Milliarden Euro Steuergelder in der Ukraine versenken.

Über 300 Milliarden Euro sind seit Kriegsbeginn vom Westen an die korrupte Selenskyj-Regierung geflossen, 76 Milliarden davon aus Deutschland. im kommenden Jahr will Merz zusätzliche 11,5 Milliarden Euro deutsches Steuergeld für Waffen in die Ukraine verpulvern.

Es ist eine Schande, dass sich die EU-Regierungen derart ins diplomatische Abseits manövriert haben, dass sie im derzeitigen Friedensplan nur als Zahlmeister von weiteren 100 Milliarden auftauchen, während die USA, die unter Biden auch sämtliche diplomatischen Konfliktlösungen abgelehnt hat, so dass es überhaupt zur russischen Militäroperation kam, der die Sprengung der Nordstream Pipeline mehr als gelegen kam, der Hauptverdiener ist. Um wieder Einfluss auf die Zukunft dieses Kontinents zu nehmen, sollten die Europäer die Beendigung der Sanktionen und die Wiederaufnahme sämtlicher Dialogkanäle und Energiebeziehungen mit Russland anbieten. Wir als European Peace Project werden uns dafür einsetzen, gemeinsam mit allen europäischen Bürgerinnen die sich für Frieden und Völkerverständigung einsetzen.
https://braveneweurope.com/ian-proud-russia-wants-peace-but-doesnt-need-peace-ukraine-needs-peace-but-doesnt-want-peace?fbclid=

Zur fatalen Reaktion der sogen. „Europäischen Führer“:

Merz, Macron, Starmer uns Selenskyj haben sich zusammengetan, um Schlüsselelemente des US-Friedensplans zu torpedieren. Mit Forderungen wie, das ukrainische Militär solle bei einer aufgeblähten Truppenstärke von 850.000 bleiben, zeigt, dass sie weiterhin die Ukraine als Aufmarschgebiet gegen Russland missbrauchen wollen. Nach dem 28-Punkte Plan, der den Krieg in der Ukraine endlich beenden kann, hätte die Ukraine mit 600.000 Soldaten immernoch eine 8x größere Armee als Großbritannien, welch sie sich so oder so nicht leisten kann, sondern weiterhin durch europäische Steuergelder finanziert werden müsste. Selenski, Merz, Macron und Stamer machen somit Politik zum Schaden der eigenen Bevölkerung und des ganzen Europäischen Kontinents, den sie offenbar erst wirtschaftlich ruinieren und dann in ein Schlachtfeld verwandeln wollen. Sie sind jetzt schon verantwortlich für die vielen bisherigen Toten in diesem Stellvertreterkrieg, der ohne ihre destruktiven Interventionen in Verhandlungen seit April 22 beendet wäre!

Der 28-Punkte-Friedensplan wird dafür kritisiert, Russland zu begünstigen, was er teilweise tut, weil die NATO den Krieg verloren hat. Die EU-Regierungen legten einen illusorischen Gegenvorschlag vor, der den Beitritt der Ukraine zur NATO, Sicherheitsgarantien, keine territorialen Zugeständnisse und Reparationszahlungen durch Russland vorsieht. Dies käme einer Kapitulation Russlands gleich und wäre das erste Mal in der Geschichte, dass die unterlegene Seite (NATO/Ukraine) die Bedingungen eines Friedensabkommens diktieren könnte. Der 28-Punkte-Plan ist in der Tat nicht sehr günstig für die EU, da sie einfach für alles bezahlen muss, doch mit jedem Tag, der verstreicht, wird das Abkommen nur noch schlechter werden. Trump hat die Ukraine nicht „verraten“ – sie wurde von den Menschen verraten, die jahrelang jeden Weg zum Frieden abgelehnt und darauf bestanden haben, bis zum letzten Ukrainer zu kämpfen.

Es wird vergessen/verdrängt, dass die NATO-Osterweiterung und der Krieg der Kiewer Regierung gegen die hauptsächlich russischstämmige Bevölkerung im Donbass seit dem US-Putsch 2014, die Auslöser für die Ausweitung des Ukraine-Krieges im Februar 22 waren.

Das Völkerrecht wurde zuerst von NATO-Staaten und Israel ausgehöhlt (Serbien, Irak, Libyen, Syrien, Libanon…). Russland hat im Grunde auch auf der Grundlage von R2P gehandelt. Dann wurde die UN-Charta von allen westlichen Staaten ebenfalls wieder verletzt indem sie Verhandlungen und damit eine gewaltfreie Konfliktlösung verweigerten.

Übrigens sollte jeder, der von „Souveränität“ redet das souveräne Recht auf Selbstbestimmung der Völker ernst nehmen und akzeptieren, dass niemand im Donbass jemals wieder zur Ukraine gehören will.

Viele junge Menschen kritisieren die geplante Wiedereinführung der Musterung und befürchten eine Rückkehr zur Wehrpflicht in Deutschland. Ein Bündnis aus verschiedenen Jugendorganisationen ruft daher für den 5.12.2025 zu einem Schulstreik gegen die Wehrpflicht auf, den wir unterstützen. Mehr Informationen findet Ihr hier: https://schulstreikgegenwehrpflicht.com/ und hier: https://www.instagram.com/reel/DRKATvIDStm/?utm_source=ig_web_copy_link&igsh=NTc4MTIwNjQ2YQ==

Hier noch einige Leseempfehlungen:

„Spätestens seit Beginn der Abnutzungskrieges hätte man die Realitäten akzeptieren und einen ernsthaften Friedensprozess einleiten müssen, der diese Realitäten anerkennt. Das wollte man nicht, da man ja bereits wusste, dass diese Realitäten keinen Platz für den erträumten Siegfrieden bieten. Ja, man hatte „Friedensangst“, Angst vor dem Moment, an dem die Selbsttäuschung offenbar wird und das ganze Kartenhaus aus hohlen Floskeln der Realitätsflucht zusammenbricht.

Ja, „Friedensangst“ ist ein zynisches, ein böses Wort. Aber dieser Begriff beschreibt ganz hervorragend, was derzeit in den Köpfen viel zu vieler Politiker und Leitartikler vor sich geht. Man hat Angst vor einem Frieden, der die rosaroten Seifenblasen von einem „Sieg des Guten“ jäh zerplatzen lässt. Man hat Angst vor dem, was danach kommt. Man hat Angst vor der Realität, auch abseits der Schlachtfelder des Donbass.“ Jens Berger

https://www.nachdenkseiten.de/?p=142551&fbclid=

Die Berliner Zeitung offenbart ein Totalversagen, mit dem sich die Bundesregierung und die Europäer ins diplomatische Abseits manövriert haben und das einfach nur noch sprachlos macht: (…) Als besonders problematisch wird von Beobachtern die Rolle Deutschlands und seines Bundeskanzlers gesehen: Russland suchte explizit den Draht nach Berlin. Quellen mit unmittelbarer Kenntnis berichten, die russische Verhandlungsseite habe proaktiv versucht, Deutschland an den Tisch zu holen…. https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/panik-in-berlin-hat-merz-ukraine-verhandlungen-verpennt-li.10006798?fbclid=

Über die Bedrohungslüge und die unbegründete Feindbildgenerierung gegen Russland aufzuklären ist essentiell – eine der wichtigsten Aufgaben der Friedensbewegungen überhaupt. Unsere Aufgaben bestehen weiterhin darin, europaweite Netzwerke aufzubauen und der vorherrschenden Kriegspropaganda mit Informationen entgegenzuwirken. Die Wahl von Catherine Connolly zur irischen Ratspräsidentin gibt Hoffnung, dass wir, wenn wir aktiv sind, uns vernetzen und gegenseitig unterstützen, die Kriegstreiber stoppen, Kriege beenden und unser Manifest für den Frieden Wirklichkeit werden lassen können. https://www.nachdenkseiten.de/?p=142305&fbclid=

Ein interessanter Artikel zur Hintergrunderläuterung unseres immer mehr eingeschränkten Meinungs- und Informationshorizontes https://liber-net.org/germany/#deutsch

Renommierter russischer Politikwissenschaftler und Geopolitik-Experte Dmitri Trenin im Interview mit dem Hintergrund-Magazin: „Es ist keine Abkehr vom Westen, sondern eine Abkehr vom Versuch, der Westen zu werden“ https://www.hintergrund.de/politik/welt/will-berlin-rache-fuer-1945/?fbclid=

Wir befinden uns in einer äußerst gefährlichen Situation, viel zu nahe an einem nuklearen Armageddon, das beispielsweise durch einen Angriff eines vom Westen gelieferten Langstreckenwaffensystems (wie Taurus) auf russischem Boden ausgelöst werden könnte. Das ist Grund genug, den aktuellen oder jeden anderen Friedensplan zu unterstützen, der nicht scheitern darf.

Herzliche Grüße,

Isabelle